Chiang Mai, Mae Hong Son Loop und Kanchanaburi

Nach acht Stunden Wartezeit im Big C in Loei konnte es endlich weiter gehen. Im Nachtbus fuhren wir in weiteren sieben Stunden nach Chiang Mai, ein beliebtes Backpacker Ziel und die bekannteste und größte Stadt im Norden Thailands. Dort traf ich auch meine Eltern, die mich für drei Wochen in Thailand besucht haben.

Zusammen fuhren wir hinauf zum Wat Doi Suthep, ein sehr beeindruckender Tempel, der auf einem Berg, dem Doi Suthep, hoch über der Stadt Chiang Mai thront. Von dort aus konnten wir über ganz Chiang Mai blicken und gleichzeitig den Gesängen der Mönche lauschen. Am nächsten Morgen brachen wir früh zum Mae Hong Son Loop auf. Der Mae Hong Son Loop ist ein Rundkurs, der in Chiang Mai beginnt, durch die Städte Pai, Mae Hong Son und Mae Chaem führt und wieder in Chiang Mai endet. Wegen der vielen Kurven- insgesamt 1.864! -ist er vor allem bei Motoradfahrern äußerst beliebt. Auf der Strecke gibt es immer wieder Wasserfälle, Höhlen oder Nationalparks, zu denen man einen Abstecher machen kann.

 

Der erste Halt war die kleine Stadt Pai (Auf Thai eher „Bai“ als „Pai“). Gleich die erste Etappe des Loops hat es in sich, über unzählige Serpentinen gelangt man in circa drei Stunden nach Pai. Dass man sich Pai nähert, erkennt man sofort an den plötzlich auftauchenden Touristen auf gemieteten Motorrädern und Rollern, von denen einige offensichtlich, das erste Mal fahren oder noch Restalkohol intus haben. Die ehemals kleine Stadt in den Bergen hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Partystätte für Touristen gemausert. Zu den Hauptattraktionen zählen der Pai Canyon, die Walking Street, die Memorial Bridge und die Hotsprings. Der Pai Canyon ist eine Felsformation aus rötlichem Gestein, die man über schmale Wanderpfade erkunden kann. Speziell abends zum Sonnenuntergang lohnt sich ein Besuch. Doch für Leute, die nicht gut zu Fuß oder nicht schwindelfrei sind, könnte der Ausflug gefährlich werden, da keine Sicherungen vorhanden sind und die Steilwände teilweise bis zu 70 Meter in die Tiefe abfallen. Die Walkingstreet besuchten wir am Abend. Dort sind hauptsächlich junge Touristen unterwegs und es gibt reichlich Souvenirs und Verpflegung zu kaufen. Wer hofft in Pai einen ruhigen Urlaub zu erleben, der wird wohl enttäuscht. Wer allerdings auf Abenteuer und Party aus ist, ist in Pai genau richtig. Um Pai herum gibt es viele Plätze, wie Wasserfälle, Höhlen oder Elephant Camps, die man mit dem Roller gut anfahren kann. Und abends lässt es sich auf der Walkingstreet gut aushalten.

 

Am folgenden Tag machten wir uns auf den Weg nach Mae Hong Son, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im äußersten Westen Thailands, an der Grenze zu Myanmar gelegen. Der Weg war nicht weniger spektakulär als die Etappe am vorigen Tag. Auf der schmalen kurvigen Straße mussten wir uns immer wieder an LKWs vorbeikämpfen, die die Steigung nur langsam bewältigen können. Der Weg führt durch viele sehr kleine, ursprüngliche Dörfer, deren Bewohner ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch Landwirtschaft verdienen. Es lohnt sich, immer wieder mal anzuhalten um die beeindruckende Aussicht auf die grünen Hänge und Täler zu genießen.

 

In Mae Hong Son selbst schlenderten wir abends über den gemütlichen Nightmarket Dort gibt es alle Arten von Thai Food, Getränken, Souvenirs und auch Live-Musik. Die Stadt bildet einen starken Kontrast zu Pai. Durch die abgeschiedene Lage spielt der Tourismus keine allzu große Rolle. Die Einflüsse aus dem nahen Myanmar sind auf den Märkten gut zu sehen. Am nächsten Morgen fuhren wir in eines der etwas abgelegenen Karendörfer. Die Karen sind eine ethnische Minderheit, die aus Myanmar, wo sie verfolgt und auch umgebracht wurden, nach Thailand flohen und in sich in den Bergen niedergelassen haben. Weltweit bekannt geworden sind sie vor allem durch ihren Halsschmuck, der ihnen auch den unsensiblen Spitznamen „Giraffenfrauen“ eingebracht hat. Um so ein Dorf zu besichtigen, muss man oft Eintritt bezahlen. Und nach wie vor bin ich mir nicht ganz sicher, was mein persönlicher Standpunkt zu einem Besuch in einem dieser Dörfer ist. Einerseits ist der Tourismus neben Landwirtschaft ihre einzige Einnahmequelle. Andererseits ist es auch nicht klar, wohin die Gelder der Tourismuseinnahmen fließen und wer letztendlich davon profitiert. Zudem ist es moralisch natürlich sehr fraglich die Flüchtlingssituation dieser Menschen so zu vermarkten. Nach dieser für mich eher zwiegespaltenen Erfahrung führte uns der Weg weiter nach Mae Chaem.

 

Ein kleiner Ort in der Nähe des Doi Inthanon, dem höchsten Berg Thailands (2.565 m). In Mae Chaem selbst gib es recht wenig zu sehen und speziell unter der Woche ist es, wie in Thailand üblich, in so einem kleinen Städchen schnell sehr still und sehr dunkel. Allerdings ist es durch die Nähe zum Doi Inthanon, dem Mae Surin Waterfall National Park und Chiang Mai ein ganz guter Ausgangspunkt. Zudem ist die Umgebung, wie auf dem gesamten Mae Hong Son Loop, landschaftlich ziemlich atemberaubend.

 

Auf dem letzten Wegstück zurück nach Chiang Mai hielten wir im Baan Tawai Handicraft Village. Es ist bekannt für seine handgefertigten Holzmöbel und Souvenirs zu moderaten Preisen. Ein Besuch dort lohnt sich unbedingt, auch wenn man nichts kauft, ist es beeindruckend zu sehen, was die Einheimischen dort aus Holz schaffen können.

 

Wieder in Chiang Mai angekommen verbrachten wir dort noch zwei entspannte Tage. Ein Highlight war der Besuch im MuayThai Stadion Chiang Mai. Wir sahen uns sechs verschiedene Kämpfe an, von denen einer mit einem K.O ausging. Man muss aber damit rechnen, dass mindestens einmal auch Kinder, schätzungsweise um die zehn Jahre alt, kämpfen. Allerdings passen die Schiedsrichter besonders gut auf, den Kampf rechtzeitig zu beenden und zu entscheiden.

Und obwohl vor dem Stadion große Banner mit der Aufschrift „No Gambling“ hängen, wurden wir recht schnell von einem kleinen, älteren Thai angesprochen, ob wir nicht auf einen der Kämpfer setzen wollten. Ein kurzes Gespräch auf Thai beendete die Situation dann zügig und der angebliche Thaiboxer aus Buriram, mit Wetten als Nebengeschäft verließ das Stadion.

Den anderen Abend verbrachten wir auf ein paar der zahlreichen Nightmarkets der Stadt. Dort kann man wirklich alles Mögliche erstehen. Handeln würde ich allerdings dringend empfehlen, da man sonst schon mal das Dreifache bezahlen könnte.

 

Das letzte Ziel der Reise hieß Kanchanaburi, eine Provinz ungefähr zweieinhalb Stunden westlich von Bangkok. Leider hatten wir nur einen Tag Zeit, um uns die Stadt anzusehen. Diese nutzten wir aber, um zum bekannten Erawan Wasserfall zu fahren. Über sieben Stufen gelangt man zum höchsten Punkt des Wasserfalls. An den einzelnen Stufen staut sich das hellblaue, klare Wasser zu Becken auf, in denen baden erlaubt ist, allerdings nur in kurzer Hose und T-shirt. 😉

 

Am folgenden Tag ging es mit dem Bus dann in elf Stunden zurück nach Suratthani! 🙂

Bis bald,

Eva

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