Denguefieber

So ziemlich mit dem ersten Fuß, den ich auf thailändischen Boden setzte, kam auch der erste Mückenstich. Seitdem wurde ich schon schätzungsweise viele weitere hundert Male gestochen, auch trotz gutem Mückenschutz. Genau deshalb war es so wichtig, sich vor dem Freiwilligendienst auch gegen diejenigen Krankheiten impfen zu lassen, welchevon Mücken übertragen werden können. Dazu zählen zum Beispiel Malaria, Gelbfieber, Japanische Enzephalitis und das Denguefieber.

Weil in Thailand Malaria eher selten und Gelbfieber gar nicht vorhanden ist, wurde ich also nur gegen die Japanische Enzephalitis geimpft. Gegen das Denguefieber, auch „Knochenbrecherfieber“ genannt, gibt es leider keine adäquate Impfung. Als ich am 9. Januar dann mit 38.5 Grad Fieber und Gliederschmerzen aus meinem Bett kroch, ahnte ich schon, dass es mich erwischt hatte. Ich war ja sonst wirklich gegen alles geimpft!

Und was macht man, wenn man krank ist? – Richtig, googlen!

Dabei hätte ich – neben den vielen Artikeln über die schwere Verlaufsform – gerne ein paar mehr Berichte darüber gelesen, wie es anderen so ergangen ist.

Deshalb möchte ich hier kurz meine persönlichen Erfahrungen mit dem Denguefieber und dem Aufenthalt im Krankenhaus in Thailand schildern. Davor möchte ich aber noch anmerken, dass das Fieber natürlich bei jedem anders verlaufen kann, schwerer oder weniger schwer und bei Verdacht auf jeden Fall ein Arzt aufgesuchen werden sollte.

Bei mir ging es also morgens mit Fieber und starken Gliederschmerzen, speziell im Rücken, los. Da ich schon die Vermutung „Dengue“ hatte, fragte ich meine Gastmutter, ob wir zum Arzt fahren könnten. Nachdem wir einige Arztpraxen und Krankenhäuser aufgesucht hatten, wurde in einem Labor beim Bluttest schließlich festgestellt, dass es sich tatsächlich um Dengue handelt.

Nachdem wir bis dahin vier Stunden durch die Stadt gefahren waren, ich mit meinen Kräften schon am Ende war und ohne Hilfe nicht mehr gehen konnte, wurde ich schließlich in die Notaufnahme des ersten Krankenhauses geschoben, wo ich endlich Paracetamol zum Fiebersenken und gegen die Schmerzen, und ein Elektrolyt-Pulver zum Auflösen bekam. Dann fuhren wir wieder nach Hause. Gegen den Denguevirus gibt es kein spezielles Medikament, sodass das Fieber und die Schmerzen nur symptomatisch behandelt werden können. (Paracetamol gegen das Fieber und die Schmerzen, aber auf keinen Fall Aspirin oder andere ASS-Produkte).
Drei Tage lang blieb das Fieber noch. Die Schmerzen hatte ich durch das Paracetamol im Griff. Danach hatte ich den Eindruck, dass es wieder bergauf geht: Das Fieber verschwand und ich fühlte mich wieder besser. Das hielt allerdings nur zwei Tage an.

Danach hatte ich keinen Appetit mehr, habe nur noch wenig gegessen und wurde immer schwächer; deswegen musste ich wieder ins Krankenhaus. Dort stellten sie fest, dass das Fieber wieder auf 39 Grad angestiegen war und meine Thrombozyten-Anzahl rapide abgefallen war.

Diese Verringerung der Blutplättchen ist symptomatisch für das Denguefieber. Deshalb heißt es auf Thailändisch auch „Khai lüad oog“ = „bleeding fever“. Bei extremenVerläufen kann die Anzahl der Thrombozyten so stark sinken, dass Blutungen auftreten, die im allerschlimmsten Fall zum Tod führen können.

Diesmal wurde ich stationär im Thaksin Hospital aufgenommen. Dort blieb ich vier Nächte, bis meine Thrombozyten-Anzahl wieder zu steigen begann. Jeden Tag wurden mein Blutdruck, die Körpertemperatur und Blutwerte kontrolliert. Parallel bildete sich ein für das Denguefieber üblicher Ausschlag an meinen Armen, Beinen und am Bauch. Meine Füße sahen aus, als hätte man mit einer schweren Eisenstange draufgeschlagen. Ich war etwas schockiert über meine lila Füße; mir wurde aber versichert, dass sich das geben würde. Hat es auch! 😀

Nach vier Tagen konnte ich wieder nach Hause, sollte aber aufpassen, dass ich wegen der immer noch niedrigen Blutplättchen Anzahl nicht in Unfälle verwickelt werde,.

Ich war noch circa zehn Tage lang etwas niedergeschlagen und schlapp. Seitdem geht es mir wieder gut. Mir wurde allerdings geraten, mich vor einer zweiten Infektion zu schützen, da ich jetzt nur gegen einen der vier Dengue-Serotypen immun bin.

Weltweit erkranken etwa 100 Mio. Menschen jährlich am Denguefieber; darunter gibt es leichte, bis tödliche Verläufe. Auch in Thailand steigt die Zahl der Infektionen. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass die Krankenhäuser bestens vertraut mit dieser Krankheit und gut ausgerüstet sind. Deshalb Ruhe bewahren und erstmal zum Arzt.

Bis bald,
Eva

Ein Gedanke zu “Denguefieber

  1. Carsten Melchert schreibt:

    Hallo Eva!
    Schön, sehr schön, dass es dir wieder besser geht. Kaum zu glauben, was so ein mickriges Mückenvieh alles verursachen kann . . Glück und Dank an deine gute körperliche Kondition. Obwohl – mit blauen Füssen hättest du hier bestimmt gut in den morgigen Fastnachtumzug gepasst (bei Minusgraden).
    Helau – Carsten und Familie

    Liken

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